Die besten Reinigungstipps einer Hotelfachkraft

Die Bad- und Toilettenreinigung ist eine Aufgabe, die jeder von uns kennt. Gewöhnlich müssen wir jedoch nur die eigene Wanne oder Dusche und die Toilette reinigen und fragen uns dabei ab und an, ob wir das eigentlich richtig machen. Für Leonie, die in einem Münchner Hotel arbeitet, gehört die Reinigung von Toiletten, Badezimmern und Wohnräumen zur täglichen Arbeit. Wir trafen sie bei ihrer Reinigungsrunde und baten sie, uns zu verraten, wie sie für strahlende Sauberkeit in Badezimmern sorgt.

„Sauberkeit ist uns sehr wichtig. Wir sind ein kleines, familiäres Hotel und unsere Gäste erwarten makellos reine Zimmer und Badezimmer – das ist meine Aufgabe.“

Tipp 1: Nach der feuchten Reinigung unbedingt abtrocknen

Wir führten das Gespräch in einem der kleineren Räume, einem Doppelzimmer mit einem angeschlossenen, kompakten Badezimmer. Wir fragten sie, wie viel Zeit sie normalerweise für die Reinigung eines solchen Badezimmers einplant und worauf sie dabei besonders achtet.

„Für die komplette Reinigung eines kleinen Badezimmers benötige ich circa 10 bis 15 Minuten. Ich beginne mit der Toilette und putze sie mit einem Reinigungsmittel. Dann bearbeite ich die Wände und Becken mit einer Antikalk-Reinigungsmilch, heißem Wasser und diesem Schwamm. Anschließend wische ich die Wände und Oberflächen trocken. Gewöhnlich verwende ich für diese Aufgabe Papiertücher und reibe manchmal zusätzlich Milch ein, wenn ein Fleck sehr hartnäckig ist. Abtrocknen ist sehr wichtig. Wird es nicht richtig gemacht, bleiben Flecken und Schmierspuren zurück. Für die verschiedenen Bereiche müssen verschiedene Utensilien benutzt werden. Ich nehme den roten Eimer für die Toilette und den blauen für das restliche Badezimmer. Außerdem muss das Wasser für jeden Raum gewechselt werden. Genau wie die Handschuhe. Wenn man mit der Toilette fertig ist, müssen die Handschuhe ausgezogen werden, um das Zimmer zu reinigen.“

Tipp 2: Zahnbürsten eignen sich hervorragend, um Kalkablagerungen und Schimmel zu entfernen

Zu den besten Reinigungstipps gehört auch ein Hinweis auf die effektivsten Hilfsmittel. Bei unserem Interview hatte Leonie ein breites Sortiment an Reinigungsutensilien dabei. Wir wollten wissen, was wofür verwendet wird und welche Utensilien sie am nützlichsten findet.

„Den Antikalk-Reiniger kann man so gut wie im ganzen Badezimmer verwenden, er ist wirklich nützlich. Diese Scheuermilch [Blick auf das Flaschenetikett] verwende ich, um die weißen Fliesen von allen Flecken zu befreien. Sie ist wirklich gut bei braunen Flecken, die sich zwischen den Fugen oder am unteren Rand von Duschkabinenwänden bilden und wie eingebrannt aussehen. Ich bearbeite die Fliesenfugen mit einer Zahnbürste; mit kräftigem Scheuern lassen sich alle Kalkablagerungen und auch der Schimmel gut entfernen [sie demonstriert es mir, während sie erzählt]. Auch Zahnbürsten verwende ich häufig. Kleinere Flecken lassen sich mit ihnen sehr gut entfernen.“

Tipp 3: Die Pflege von Fugen und Füllungen ist sehr wichtig für ein sauberes Badezimmer

Das Badezimmer war nun definitiv sauber! Alles sah wie frisch eingebaut aus und es war nicht die geringste Spur von Schimmel oder Kalkablagerungen zu sehen, die selbst in den gewissenhaftesten Haushalten in Toilettenecken zu finden sind. Ich fragte Leonie, was besonders wichtig ist, um das Zimmer so sauber zu halten.

„Die Pflege des Badezimmers ist sehr wichtig. Vor allem dürfen sich keine Spalten zwischen den Fliesen oder der Wand und der Duschkabine bilden. Deshalb verwenden wir häufig etwas Spachtelmasse oder erneuern die Silikonfugen. Sind diese Fugen beschädigt oder weisen sie Löcher auf, werden sie garantiert schmutzig und schmierig.“

Welches Problem auch vorliegt, es gibt immer eine Lösung

Nun war Leonie mit der Arbeit fertig. Dadurch, dass sie uns ihre besten Reinigungstipps verraten hatte, brauchte sie diesmal selbstverständlich wesentlich länger als 15 Minuten. Bevor wir uns verabschiedeten, fragten wir noch, ob sie auch Erfahrung mit besonders „unreinlichen“ Gästen gemacht hatte und wie sie damit umgeht.

„Das gehört zu diesem Job dazu, deshalb hat es keinen Zweck, sich darüber zu ärgern. 
Am schlimmsten ist es, wenn die Gäste Essen in die Zimmer bringen oder rauchen. Manchmal finden wir auf dem Zimmerteppich Nudeln und Soßenflecken. Dann ist nichts mehr zu retten; manchmal muss ein Stück des Teppichs ersetzt werden. Letzte Woche hat eine Dame bei uns wohl die Haare gefärbt. Das Badezimmer – das Becken und die Wände – war voll mit roten Flecken. Es hat lange gedauert, bis ich sie mit einer Zahnbürste weggeschrubbt hatte! Es bringt aber nichts, etwas zu den Gästen zu sagen. Sie machen, was sie wollen, und wir müssen es akzeptieren. Wie ich schon sagte – es gehört zu diesem Job.“

Kleiner ist besser

Leonie ist gebürtige Griechin und lebt seit einigen Jahren in Deutschland. In diesem Hotel arbeitet sie, seit sie hierhergezogen ist. Da es ein kleines Hotel ist, übernimmt sie beinahe alle Aufgaben. Sie steht früh auf, macht das Frühstück, arbeitet an der Rezeption, heißt die Gäste willkommen und reinigt die Zimmer.

„Mir gefällt es, in einem kleinen Hotel zu arbeiten. Obwohl man hier viel zu tun hat und die Arbeit in einem Gästehaus dieser Größenordnung vermutlich härter ist, gefällt es mir hier viel besser. Und da wir ein kleines Team sind, kennen uns die Gäste. Die Atmosphäre ist hier persönlicher.“

Insider-Tipps einer professionellen Hotelreinigungskraft, die uns verrät, wie sie die luxuriöse Einrichtung blitzsauber hält.

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